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KPH Wien/Krems ist ab sofort UNESCO-Schule

Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems (KPH) übernimmt als UNESCO-Schule globale Verantwortung im Rahmen der Pädagog:innenbildung und legt Fokus auf nachhaltige Entwicklung

Nach zweijähriger Anwartschaft wurde die KPH Wien/Krems gestern in das UNESCO Associated Schools Project Network aufgenommen. Im Rahmen der Zertifizierungsfeier im Festsaal am Campus Wien Strebersdorf betonte Rektor Hubert Philipp Weber die Bedeutung der Aufnahme für die KPH: „UNESCO-Bildungswerte wie ein integrativer Erziehungsstil, die Wertschätzung von Verschiedenheit und das Einüben von Demokratie zählen zu den Grundprinzipien der KPH. Es ist eine große Ehre für uns, für unsere Bildungsarbeit von der UNESCO gewürdigt zu werden und nun Aufnahme in den globalen Kreis der UNESCO-Schulen gefunden zu haben.“ Mit der Aufnahme als UNESCO-Schule gehe laut Weber eine große Verantwortung einher: „Im Sinne der UNESCO gilt unser Fokus verstärkt der nachhaltigen Entwicklung. In der Bildung angehender Pädagoginnen und Pädagogen liegt der Schlüssel zu einer nachhaltigen und gerechten Welt für künftige Generationen.“

KPH Wien/Krems wird UNESCO Schule, KPH-Rektor Hubert Philipp Weber © Wolfgang Pecka
KPH-Rektor Hubert Philipp Weber © Wolfgang Pecka

Impulsvorträge über notwendige Beiträge der Religionen zu einer nachhaltigen und gerechten Welt

Das globale UNESCO-Programm „Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen (BNE 2030)“ hat zum Ziel, die Welt in den nächsten Jahren gerechter und nachhaltiger zu gestalten. Einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen klar definierter Nachhaltigkeitsziele müssen auch Religionen leisten, wie in den Impulsvorträgen im Rahmen des Festakts klar wurde.
Prof.in Dr.in Claudia Gärtner, Prodekanin für Forschung und Diversität und stellvertretende Leiterin des Instituts für Katholische Theologie an der Technischen Universität Dortmund, führte aus, wie Religionen unser Verständnis von Mensch, Tier und Natur prägen. Insbesondere der Anthropozentrismus des Christentums habe dazu beigetragen, dass wir uns derzeit auf einem „Highway zur Klimahölle“ (Zitat von UNO-Generalsekretär António Guterres) befinden. Sie appellierte daher an Religionen, diesen fatalen Weg zu verlassen und sich im Sinne des UNESCO-Programms für eine nachhaltigere und gerechtere Zukunft einzusetzen.
Prof. Dr. Matthias Barth, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, forderte in seinem Impulsvortrag ein, den globalen Nachhaltigkeitszielen der UNESCO einen höheren Stellenwert in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften zukommen zu lassen. An Beispielen gelungener Praxis zeigt er das damit verbundene Potenzial auf.

KPH Wien/Krems wird UNESCO Schule, Prof. Dr. Matthias Barth, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde © Wolfgang Pecka
Prof. Dr. Matthias Barth, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde © Wolfgang Pecka

UNESCO-Schule-Netzwerk: mehr als 12.000 Schulen in 182 Ländern

Das Netzwerk der UNESCO Associated Schools verbindet mehr als 12.000 Schulen in 182 Ländern mit dem gemeinsamen Ziel, den Frieden im Bewusstsein von Kindern und jungen Menschen aufzubauen. Durch konkrete Maßnahmen fördern Mitgliedsschulen die Ideale der UNESCO, wie die Achtung von Rechten und Würde, Geschlechtergleichstellung, sozialen Fortschritt, Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie, Respekt vor Vielfalt und internationale Solidarität. Das Netzwerk agiert auf internationaler und nationaler Ebene mit drei klaren Schwerpunkten: Bildung für nachhaltige Entwicklung, globale Bürgerschaftserziehung sowie interkulturelles und kulturelles Erbe.

KPH Wien/Krems wird UNESCO Schule, V.l.n.r.: Elisabeth Fernbach, Andreas Weissenbäck (beide KPH), Martin Fitz (UNESCO), Hubert Philipp Weber, Gabriele Hösch-Schagar (beide KPH), Stephanie Godec (UNESCO), Matthias Barth und Claudia Gärtner (beide Gastreferent:innen) © Wolfgang Pecka
V.l.n.r.: Elisabeth Fernbach, Andreas Weissenbäck (beide KPH), Martin Fitz (UNESCO), Hubert Philipp Weber, Gabriele Hösch-Schagar (beide KPH), Stephanie Godec (UNESCO), Matthias Barth und Claudia Gärtner (beide Gastreferent:innen) © Wolfgang Pecka

Die Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) Wien/Krems ist Österreichs größte Private Pädagogische Hochschule mit sieben Standorten in Wien und Niederösterreich. Das gemeinsame Konzept der Erstausbildung, Fort- und Weiterbildung soll Lehrer:innen in ihren pädagogischen und religionspädagogischen Berufsfeldern bestmöglich qualifizieren und professionalisieren. Im Sinne einer ökumenischen Perspektive fördert und lebt die KPH Wien/Krems die Kooperation der sieben an der Hochschule vertretenen christlichen Kirchen (Katholische Kirche, Evangelische Kirche A. und H.B., Griechisch-Orientalische Kirche, drei Orientalisch-Orthodoxe Kirchen sowie Altkatholische Kirche) bei gleichzeitiger Wahrung der jeweiligen Identität. Auch zwei katholische Diözesen wirken in der KPH zusammen. Zusätzlich kooperiert sie in der Religionslehrer:innenbildung und im Rahmen der Förderung interreligiöser Kompetenzen mit den Freikirchen, der Islamischen Glaubensgemeinschaft, der Alevitischen Glaubensgemeinschaft, der Israelitischen Religionsgesellschaft und der Buddhistischen Religionsgesellschaft. Das breite Lehrangebot der KPH Wien/Krems besteht aus den Lehramtsstudien für die Primarstufe und Sekundarstufe Allgemeinbildung, dem Bachelorstudium Elementarbildung und Kooperationen im Bereich der Religionspädagogik. Darüber hinaus bietet die KPH Wien/Krems ein umfassendes Fort- und Weiterbildungsprogramm, mit Hochschullehrgängen (bis zum Masterabschluss), Fortbildungsveranstaltungen sowie Begleitung bei Schulentwicklungsprozessen. Die KPH Wien/Krems hat derzeit ca. 2.500 Studierende in der Erstausbildung und ca. 1.000 Studierende in Weiterbildungslehrgängen.

Veranstaltung "KPH goes UNESCO" am Campus Wien-Strebersdorf © Wolfgang Pecka
Veranstaltung “KPH goes UNESCO” am Campus Wien-Strebersdorf © Wolfgang Pecka
Veranstaltung "KPH goes UNESCO" am Campus Wien-Strebersdorf © Wolfgang Pecka
Veranstaltung “KPH goes UNESCO” am Campus Wien-Strebersdorf © Wolfgang Pecka